Wildblumen, Streuobst und alte Sorten

Wortbeitrag von Elke Uhl zum „Tag des guten Lebens in der Nachbarschaft“ am 04.10.2020: 

Ich bin Elke Uhl und bin von den Organisatoren der Veranstaltung gebeten worden, etwas zu unseren Projekten im Viertel zu sagen. Ich stehe hier stellvertretend für eine Initiative von Anwohner*innen, die sich für Klimaschutz, Artenvielfalt und regionale Lebensmittel engagiert. Seit neuestem hat die Gruppe auch einen Namen, nämlich Initiative Clouth Garten. Unterstützung hat die Initiative in den letzten Monaten aber auch von vielen Nachbar*innen bekommen, die eigentlich nicht zur Initiative gehörten, aber einfach mit angepackt haben. 

Trotz großer Freude über mein neues Zuhause im Viertel mit dem nahe gelegenen Park, wirkte vor zwei Jahren als ich eingezogen bin, alles zunächst einmal erschreckend grau auf mich. Normal für ein Neubauviertel, aber trotzdem schien mir hier in Zeiten des Klimawandels viel zuviel Fläche versiegelt worden zu sein. In dieser Zeit lernte ich Britta Eschmann von der „essbaren Stadt“ kennen. Wir hatten damals gemeinsam die Idee, dass es nicht nur schön, sondern auch sinnvoller wäre, statt der von Landschaftsarchitekten vorgesehenen 4 Standard–Baumsorten, im Viertel Obstbäume, und zwar ganz bewußt alte Sorten, zu pflanzen. So könnten wir einen Beitrag zur notwendigen Artenvielfalt leisten und hätten Bio–Anbau direkt vor der Haustür. Das ist nicht nur für Menschen wichtig, sondern auch für Insekten, Vögel und viele andere Park- und Viertelbewohner. 

Parallel hatte sich noch eine Wildblumen–Initiative gegründet, mit der wir uns dann zusammengeschlossen haben. 

Nach mehreren konstruktiven Gesprächen mit dem Grünflächenamt und der modernen Stadt, eifrigen Recherchen der Gruppe nach geeigneten Obstbaumsorten und einer Konzeptentwicklung zusammen mit der NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln, sind dann innerhalb der letzten zwei Jahre aus 1 Projekt drei geworden:

Das erste Projekt ist die Anlage einer Wildblumen- und Streuobstwiese im Johannes-Giesberts-Park. 

Das zweite Projekt sind die Anpflanzung von alten Obstbaumsorten auf dem südlichen Teil des Luftschifftplatzes und auf dem Pocket-Park, der gegenüber dem Pförtnerhäuschen an der Ecke Josefine-Clouth-Str./Xantener Str. entstehen wird. 

Das ganze findet unter Federführung und in enger Zusammenarbeit mit der NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln statt. 

Dabei haben wir festgestellt, dass man Artenvielfalt kennen muss, wenn man sie schützen möchte. Deshalb sind neben unserer eigenen Fortbildung, nach der Pandemie auch pädagogische Projekte mit den umliegenden Kindergärten und Schulen geplant. 

Als drittes Projekt ist dann in diesem Sommer aufgrund der großen Trockenheit im dritten Jahr in Folge die Gießaktion für die Stadtbäume hinzugekommen. Dafür hat die RheinEnergie uns ein Standrohr für Hydranten ausgeliehen und das Wasser gesponsort. Wir haben uns im August und September um die Jungbäume im Johannes-Giesberts-Park, in Teilen der Josefine–Clouth–Str., der Florastraße und im Lent-Park gekümmert. (Das haben viele Nachbar*innen, die die Bäume vor ihren Haustüren gegossen haben übrigens auch getan und dafür ihr eigenes Wasser genommen. Vielen Dank auch dafür an dieser Stelle!)

Bereits in wenigen Wochen werden wir im Johannes-Giesberts-Park die Wildblumenwiese einsäen. Wir können aufgrund der Pandemie noch nicht sagen, ob wir diese Aktion alleine mit den Mitarbeitern des NABU machen müssen oder, so wie wir das ursprünglich geplant hatten, alle interessierten Nachbar*innen miteinbeziehen können.  Aber auch hierzu wird es rechtzeitig Aushänge an den Eingängen auf dieser Seite des Parks geben. Wir halten Sie auf dem Laufenden. Sicher ist, das bei dieser Aktion unser aller Gesundheit an erster Stelle stehen wird.

Vielen Dank für Ihre/Eure Aufmerksamkeit!

Neben Wasser, Luft und Boden stellt die Artenvielfalt eine wichtige Ressource unserer Erde dar. Für funktionierende Ökosysteme ist der Erhalt der Arten entscheidend, denn über die Nahrungskette sind die Lebewesen aufeinander angewiesen. Deshalb haben wir uns auch bewußt für alte Obstbaumsorten entschieden.

Beteiligt an den Projekten sind das Grünflächenamt, die moderne Stadt, die essbare Stadt, und die Biologische Station Leverkusen-Köln des NABU

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