Das war unser Tag: Kundgebung am 4. Oktober 2020

Für den 4. Oktober hatten wir zu einer Kundgebung die Bewohner des Clouth-Viertels eingeladen und trotz durchwachsenen Wetters und einiger kritischer Äußerungen vorab waren Interessenten gekommen, für eine Veranstaltung in Coronazeiten gerade zahlreich genug, so dass die vorgeschriebenen Abstände gut eingehalten werden konnten.
Drei Forderungen hatten wir in den vorbereitenden Sitzungen ausgemacht:
– mehr Grün in unseren Strassen
– Fahrradzone für Clouth-Viertel
– Strasse als Raum für Begegnungen gestalten

Kurz vor 15 Uhr kamen wie erwartet die beiden Revierpolizistinnen und überzeugten sich, dass die Straßendekoration der Anmeldung entsprach und verabschiedeten sich nach 5 Minuten mit dem Satz „wir wünschen Ihnen gutes Gelingen“(gegen Ende der Veranstaltung ein zweiter Besuch, der im Schritttempo aus dem Auto heraus erfolgte). Die Arbeit der Kölner Polizei muss an dieser Stelle ausdrücklich gelobt werden: der Antrag auf Genehmigung einer Veranstaltung wurde innerhalb von 24 Std. bearbeitet und kommentarlos genehmigt und die Observation unserer Veranstaltung verlief als netter unaufgeregter Besuch. Danke!

Impression

Die Planung und Durchführung hatten einige engagierte Bewohner*innen des Clouth-Viertels kurzfristig übernommen, nur vier Wochen lagen zwischen dem ersten Arbeitstreffen und dem 4. Oktober, und dafür haben wir eine runde Veranstaltung auf die Beine stellen können: J-C-Strasse Ecke am Walzwerk standen zwei TT-Platten (wovon eine wegen Überforderung vorzeitig den Geist aufgab) und hier befand sich auch der Start für die Clouth-Olympiade, deren schwierigste Disziplin darin bestand, im Kinderrollstuhl rückwärts auf den Bürgersteig zu rollen. Vor der nächsten Ecke a.d. Stahlseil hatte HdaK ein großes Brett mit Fotos verschiedener Straßen aus dem Kiez aufgestellt und die Besucher hatten Gelegenheit, mit + und – ihre individuellen Bewertungen vorzunehmen (unsere J-C-Strasse wurde Sieger in der Negativ-Wertung). Direkt an der Ecke der Stand der Klimafreunde: hier konnte jeder seine Klimabilanz an Hand von Bauklötzen visualisieren lassen und mit Unterstützung des Moderators über Abhilfe nachdenken. Dann von Veedelsplan eine Karte von Nippes mit den interessantesten Bauwerken und gemütlichsten Orten, die hier noch ergänzt werden konnten (die Flora war der Sieger).

Veedelskarte

Im letzten Teil der Straße zwei Mitmachaktionen: eine stabile in Holz gefertigte Blumenbeetumrandung (mit Sitzgelegenheit) stand zusammen mit vier Blumenkästen und etlichen Pflanzen bereit, um die Warnbarke auf der neuen Verkehrsinsel zu verschönern. Eine Nachbarsfamilie packte sehr engagiert mit an und erklärte sich darüber hinaus spontan bereit die Pflanzen zukünftig zu pflegen (herzlichen Dank). Die Einweihung fand unter großem Applaus statt. Ganz am Ende der Absperrung dann die Ralleystrecke für das Lastenfahrrad e-Donkey, für welches sich zeitweise Warteschlangen bildeten. Dieses Lastenrad kann Auf dem Stahlseil Nr. 7 ausgeliehen werden.

Warnbarke mit Blumenbeet

In der gleichen Strasse eine große Aktion der Spielewerkstatt, die in der Halle 7 zuhause ist. Am Sonntag wurde ein Pavillon aufgebaut für die kleinen Künstler (hauptsächlich wurde gemalt), davor standen verschiedene Spielgeräte zum Ausleihen bereit, die auch von vielen Kindern genutzt wurden. Gleich nebenan der Arbeitstisch vom Repaircafé, welches sich bereit erklärt hatte trotz Sonntag kleinere Reparaturen durchzuführen.

e-Donkey in voller Fahrt (nächstes Mal mit Helm bitte)

Nicht zu vergessen diejenigen Engagements, die sich nicht präsentieren konnten:
– die Wildblumenwiese und die Streuobstwiese, die im nördlichen Teil des Johannes-Gisbert-Parks noch in diesem Jahr entstehen soll

– die Gießaktion: in der Trockenzeit werden einmal pro Woche die jungen Bäume in den Straßen und im Park gegossen (genauer die Wassersäcke gefüllt)

– die Verkehrsgruppe stellte sich vor (Aktion mit den Verkehrsberuhigungsinseln)

– ein Chor sollte singen (aber nicht wenn Corona singt)

– die Energiegenossenschaft „Energiegewinner“ wollten den Balkonstrom erklären, aber die Sonne fehlte

– Pinwand mit weiteren Ideen was noch fehlt bzw. was unbedingt gemacht werden muss: drei Mal vorgeschlagen wurde eine Möglichkeit für einen ungezwungenen Kaffeeplausch anzubieten, der sich regelmäßig treffen sollte (wöchentlich oder monatlich)

Ideenschmiede

– schließlich noch der Hinweis auf eine Unterschriftenliste, ausgelegt von der Organisation Klimawende, die für ein Bürgerbegehren für 100 % Ökostrom wirbt.

Zum Schluss der Dank an alle die vorne am Rednerpult oder hinten an den Tischen an 4.10. mitgewirkt haben und an alle, die bereits im Vorfeld sich engagiert hatten. In der Abschlussrunde wurde festgestellt, dass erstmalig die Baugruppenbewohner mit den übrigen Bewohnern des Clouth-Viertels etwas gemeinsam auf die Beine gestellt haben und es wurde vereinbart, dass wir diese Aktion – nicht nur eine Kundgebung sondern ein großes Strassenfest für’s ganze Viertel – im nächsten Jahr wiederholen wollen, wenn Corona es zuläßt. Bis dahin werden wir auf jeden Fall in kleineren Runden an anderen wichtigen Themen weiterarbeiten um unser Veedel lebenswerter zu machen.

Bernd

2 Antworten auf „Das war unser Tag: Kundgebung am 4. Oktober 2020“

  1. Hallo,
    sehr schön, dass ihr das angepackt habt. Ich wäre generell gerne in einer Baugruppe beim Bau gewesen. Bisher habe ich Erfahrungen mit der Organisation von Generationenwohnen gemacht, bin aber außerhalb vom Zentrum nicht mit eingezogen.

    Schade, dass so wenige anwesend waren. Werbung wurde ja reichlich gemacht. Vielleicht lag es auch an dem Wetter? Natürlich könnte man noch einiges verändern, z. B. auch Kuchen backen oder noch andere Sachen anbieten. Was sonst noch konkret, das kommt dann später??

    1. Liebe Renate,
      es lag sowohl am Wetter aber mehr noch an der augenblicklichen Situation, Corona bremst alle unsere Aktivitäten. Wir wollten usprünglich ein kleines Strassenfest veranstalten aber ….Natürlich lassen wir uns nur kurzzeitig ausbremsen, sobald der Spuk vorbei ist werden wir wieder in die Bütt steigen und hoffen dann natürlich auch auf viele Mitmacher. Wir denken auch dass es noch einiges zu tun gibt im Sinne zu verbessern, z.B. die kleine grüne Verkehrsinsel dauerhaft einzurichten, vielleicht auch noch eine zweite oder gar dritte. Das Ordnungsamt hat uns ultimativ aufgefordert sie abzuräumen, es wäre viel zu gefährlich, anderenfalls würde uns eine Ordnungsstrafe von 1.000 € (tausend!) drohen. Da zuckt man natürlich erst einmal, erstens weil 1.000 € viel Geld ist, zweitens weil wir natürlich nicht wollen dass sich die Auto- und Radfahrer an dem Blumenkasten verletzen und drittens über diese autoritäre Tonlage, die so gar nicht zur rheinischen Lebensart und zum §5 des Rheinischen Grundgesetzes passt (Et bliev nix wie et wor). Also haben wir uns kurz beraten, auch weil das Ordnungsamt gleich weitere Blumenkübel monierte, die den Autofahrern das Rangieren auf der Straße ungemein erschweren würde. Herausgekommen ist eine umfangreiche Ideensammlung, angefangen von mehr Grün in unserem Veedel (Wanderbäume und vertikales Grün) und weniger Blech, mehr Spiel- und Sportangebote für Kinder und Jugendliche, einen Raum zum gemütlichen Sitzen mit Kaffee und Kuchen und endlich Gelegenheit zum Ratschen und Tratschen, ein Schaukasten mit den neuesten Infos und Pinwand für SUCHE und BIETE und …
      Wir hoffen sehr, dass wir den Clouth-Bewohner*innen unsere Ideen öffentlich und analog präsentieren können, spätestens wenn wir alle unsere Piekser hinter uns haben. Wir werden hier rechtzeitig darüber berichten.
      Bernd Blaschke

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