Infoabend Sauberer Strom = Ökostrom

Die meisten kennen Ökostrom, die Mehrheit preist seine Vorteile, die wenigsten nutzen Ökostrom (exakt 22 %, Quelle : https://de.statista.com/themen/566/oekostrom/). Um dieses Dilemma anzugehen hat sich die c4f-Gruppe entschlossen, zumindest die Bewohner des Clouth-Viertels aufzuklären und eine Informations- und Werbekampagne zu veranstalten.
Ökostrom kann man selbst produzieren (im Miniformat als Balkonstrom oder als Besitzer einer Solaranlage auf dem Dach oder an der Fassade) oder einfach als Mieter oder Eigentümer von einem Solarstromerzeuger ins Haus liefern lassen. Über diese drei Möglichkeiten wollten wir die ZuhörerInnen informieren.

Kurze Inhaltsangabe: Nach einer Begrüßung durch Jörg, eine kurze Info über c4f durch Bernd und einen Themenüberblick durch Anno (der die Teilnehmer zuvor professionell auflockerte) hat Jörg über eine Balkonstromanlage im eigenen Haus berichtet und ein paar Bilder dazu gezeigt. Balkonstrom wird die Welt nicht retten, denn der Gesetzgeber hat eine Obergrenze gesetzt (600 W). Da der Eigenverbrauch tagsüber nur einen Bruchteil des gesamten Strombedarfs ausmacht, ist die Nutzungsmöglichkeit sehr eingeschränkt (das wird sich mit sinkenden Speicherkosten bald ändern). Interessant wird auch der Betrieb von Klimaanlagen, denn nachdem erstmalig die 40-Grad-Marke gerissen wurde ist in den nächsten Jahren damit zu rechnen, dass diese Temperaturen zur Regel werden. Diese Anwendung kann fast als ideal bezeichnet werden, denn Stromverbrauch und Stromerzeugung zeigen den gleichen Verlauf.
Mieter und Eigentümer haben in Mehrparteien-Wohnanlagen ein gemeinsames nicht-elektrisches Problem: der Architekt und die Eigentümergemeinschaft. Beide müssen zustimmen, wenn das Aussehen der Fassade sich verändert. Eine hohe Hürde.

Im zweiten Teil des Abends informierte Kay Vosshenrich, Geschäftsführer der energiegewinner eG, über das Mieterstrommodell. Es würde den Platz sprengen hier das komplizierte Mieterstrommodell zu erklären, aber für Eigentümer ist als Fazit festzustellen, dass es lediglich eines Eigentümerbeschlusses bedarf, das Dach (oder ein Teil davon) an einen Mieterstromlieferanten zu verpachten. Dann hat jeder Eigentümer die Möglichkeit a) keinen Gebrauch davon zu machen b) Gebrauch davon zu machen als normaler Stromabnehmer oder c) Gebrauch davon zu machen als Abnehmer und zusätzlich (als Genosse der energiegewinner) ein oder mehrere Module zu erwerben – und damit von der Einspeisevergütung zu profitieren.
Apropos Profit: dieser Mieterstrom ist (gesetzlich vorgeschrieben) mind. 10% günstiger als der lokale Stromlieferant (Grundversorgung).
Beruhigend war der abschließende Hinweis von Anno, dass er als Bezieher von Mieterstrom keine Probleme damit hatte und sich per App jeden Tag darüber informieren kann, was seine Dachanlage produziert hat und sich an der „Euroflut“ erfreut..

Im letzten Teil des Abends wurde nur kurz auf den Bezug von Solarstrom hingewiesen und dass jeder mit einem Mausklick zum Bezieher von Ökostrom werden kann (der i.d.R. heute nicht mehr teurer ist als der dreckige Kohle- oder Atomstrom), vorausgesetzt man wählt den richtigen Ökostromanbieter (was nicht so einfach ist, genaueres siehe www.utopia.de).
Ein Hinweis: wer seinen Graustrom durch Ökostrom ersetzt kann seine CO2-Bilanz deutlich verbessern.

Bernd

Infoabend ökologischer Fußabdruck

Für den nächsten Infoabend planen wir eine Einführung in das Thema „Dein Ökologischer Fußabdruck“ mit praktischen Beispielen, warum unser (deutscher) CO2-Fußabdruck ziemlich groß ist und was man unternehmen könnte, um ihn zu reduzieren.
Termin noch unbekannt, bestimmt erst im nächsten Jahr, wird rechtzeitig bekannt gegeben.

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